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Der schmale Weg, Erkenntnisse und Zeugnisse

“Kind in Gottes Reich” – was soll denn dieser Titel?

Das werde ich öfters gefragt: warum denn der Titel “Kind in Gottes Reich” für diesen Blog?

Die Antwort auf diese Frage ist zweiteilig, denn es geht erst einmal um Gottes Reich an sich.

Über diesen Aspekt sollte man Bescheid wissen, denn wenn man um das Konzept des Reichs Gottes weiß, dann lässt sich die Bibel einfach viel schlüssiger verstehen. Synonyme dafür sind “Königreich Gottes”, “Himmelsreich”, etc.

Schon früh im Alten Testament, bei Moses, wie er Gott nach der dramatischen aber erfolgreichen Flucht vor dem Pharao lobt, wird ein Ort genannt, an dem unser himmlischer Vater als König herrsch (Unterstreichungen in den folgenden Zitaten von mir hinzugefügt):

… auf dem Berge deines Erbteils, den du, HERR, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem Heiligtum, Herr, das deine Hand bereitet hat. Der HERR wird König sein immer und ewig.
2. Mo 15,17f

So ähnlich auch der Prophet Jesaia, gleich mehrfach:

… ich habe den König, den HERRN Zebaoth, gesehen mit meinen Augen.
Jes 6,5

Denn uns ist ein Kind geboren, ein Sohn ist uns gegeben, und die Herrschaft ruht auf seiner Schulter; und er heißt Wunder-Rat, Gott-Held, Ewig-Vater, Friede-Fürst; auf dass seine Herrschaft groß werde und des Friedens kein Ende auf dem Thron Davids und in seinem Königreich, dass er’s stärke und stütze durch Recht und Gerechtigkeit von nun an bis in Ewigkeit.
Jes 9,5

Oder in den Psalmen:

Der HERR hat seinen Thron über der Flut; der HERR bleibt ein König in Ewigkeit.
Ps 29,10

Der HERR ist König; des freue sich das Erdreich und seien fröhlich die Inseln, soviel ihrer sind. Wolken und Dunkel sind um ihn her, Gerechtigkeit und Gericht sind seines Thrones Stütze.
Ps 97,1f

Das ist aber lange nicht alles. Es gibt hunderte von Hinweisen auf das Reich Gottes in der Bibel und am schönsten finde ich es, wenn man die Bibel insofern von hinten her liest, so ähnlich wie wenn man bei einem Krimi zuerst die letzten Seiten liest, damit man weiß, wie er ausgeht:

Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen. Und der auf dem Thron saß, sprach: Siehe, ich mache alles neu! …
Offb 21,1-5

Da möchte ich unbedingt dabei sein, wenn Gott sein Königreich vollständig errichtet hat.

Wie das funktioniert, daß man dann dabei ist? Das geht im Prinzip ganz einfach.

Als erstes muß man sich von dem Gedanken lösen, daß das Reich Gottes etwas ist, das man erzwingen könnte.

Die Pharisäer zur Zeit Jesu waren insofern Experten. Sie hatten nämlich die Schriften studiert, zur Zeit Jesu also die 5 Bücher Mose, die Propheten und die Geschichtsbücher, die Psalmen und die Sprichwörter, nur um einige bekanntere Bücher des Alten Testaments zu nennen. Von daher dachten Sie, daß der dort prophezeite Messias eine Art Superheld sein muß, der als erste Amtshandlung nach seiner Ankunft mindestens die Römer aus Israel verscheucht.

Unser Herr Jesus hat dieses Bild nun aber ganz und gar nicht erfüllt, eher im Gegenteil. Er hat sogar Steuern bezahlt, an den Kaiser und an die Tempelbesatzung, und dabei gleich auch noch göttliche Wunder getan (siehe Mt 17,24 ff).

Kein Wunder, daß ihn die Pharisäer wegen seiner Schwachheit provozierten, wie zum Beispiel in Lukas 17,20 beschrieben ist:

Als er aber von den Pharisäern gefragt wurde: Wann kommt das Reich Gottes?, antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht so, dass man’s beobachten kann; man wird auch nicht sagen: Siehe, hier ist es!, oder: Da ist es! Denn siehe, das Reich Gottes ist mitten unter euch.

Der vorstehende Vers ist die Monatslosung für den November 2013, was letztlich auch der Anstoß zu dem vorliegenden Artikel war. Die Originalübersetzung von Lukas 17,20 durch Luther lautet:

»Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden … sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch

Und dieser Bibelvers ist ganz klar, er gibt das wieder, was uns der Heilige Geist bei der Lektüre von Gottes Wort ohnehin ständig vermittelt: das Reich Gottes kann kein fester Ort sein, es ist vielmehr etwas, was immer wieder durch die uns umgebende Welt durchscheint, und zwar in uns und durch uns selbst.

Das passte natürlich gar nicht auf die Welt- bzw. Himmelsanschauung der Pharisäer, die wie viele an sich gottesfürchtige Gläubige heute auch sich selbst ihren Weg in den Himmel erarbeiten wollten.

Nach der Guten Nachricht Gottes ist das alles vergebliche Mühe, denn nur der Glaube an Gottes Gnade in Form des stellvertretenden Todes seines eigenen Sohns Jesus Christus ist für uns der Weg dorthin, z.B. dokumentiert hier:

Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.
Joh 3,16

Das oben genannte “ewige Leben” findet natürlich in Gottes Königreich statt, wie wir u.a. aus dem oben zitierten Kapitel aus der Offenbarung wissen.

Und nun passiert etwas Unerwartetes,

Sie brachten auch kleine Kinder zu ihm, damit er sie anrühren sollte.
Lk 18,15a

Die zu diesem Zeitpunkt immer noch zuhörenden Pharisäer fühlten sich dabei durch diesen Umstand sicherlich besonders gestört, denn die Kinder waren vor der Bar-Mizwa als nicht wirklich verantwortlich zu nehmen, jedenfalls wurde ihnen eine Nichterfüllung der zahlreichen täglich einzuhaltenden Gebote gesellschaftlich nicht angerechnet. Dementsprechend reagierten die auch anwesenden Jünger, vielleicht besorgt um den guten Ruf ihres Lehrers:

Als das aber die Jünger sahen, fuhren sie sie an.
Lk 18,15b

Jesus reagiert gelassen darauf, die Bibel berichtet wie folgt:

Aber Jesus rief sie zu sich und sprach: Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn solchen gehört das Reich Gottes.
Lk 18,16

Die zuhörenden Pharisäer zogen sich jetzt wahrscheinlich zur murrenden Beratung zurück. Die einen sind komplett empört, weil das mit den Kindern und dem nach ihrer Meinung nur angeblichen Messias passt ja gar nicht zusammen. Wie soll sich eine solch wichtige Person mit Kindern abgeben, die nicht einmal die Gebote einhalten können? Wunder hin oder her, dieser Mann kann somit sicher nicht der lange erwartete weil schon tausende von Jahren prophezeite Messias sein. Die andere Fraktion der Pharisäer stimmt nicht zu: “Aber wir haben doch auch Lehrströmungen, nach denen sogar auch Kinder oder Tiere in den Himmel kommen können. Der Mann hat recht, ob jetzt Messias oder nicht, wir müssen hart durchgreifen und auch die Kinder besser zum Einhalten der Gebote anleiten!”

Das bleibt bei maßgeblicher Stelle nicht ungehört. Damit den Pharisäern und allen anderen werkegerechten Konsorten der Wind vollkommen aus den Segeln genommen wird, setzt der Herr Jesus eins drauf und geht ins Extreme:

Wahrlich, ich sage euch: Wer nicht das Reich Gottes annimmt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.
Lk 18,16-18

In kurzen Worten: Leute, spart Euch die Frömmeleien und die Werkegerechtigkeit. Schaut lieber an, wie die Kinder mit Gottes Königreich umgehen und haltet es genauso! Sonst wird das gar nichts, das muß Euch klar sein.

Und jetzt liegt auch die Antwort auf die Frage “Warum heißt dieser Blog ´Kind in Gottes Reich´?” auf der Hand.

Ich selbst bin genau so ein Kind Gottes. Ich bin trotz aller Versuche, etwas Gutes zu tun, immer wieder frustriert über meine eigene Unzulänglichkeit.

Und wie tröstlich ist dann gerade so eine Nachricht: “mach Dir keine Sorgen, gib Dein Leben so in die Hand Gottes wie es ein Kind bei seinem eigenen Vater tut. Wundere Dich über nichts, sondern nimm es als Geschenk aus der Hand Deines himmlischen Vaters.”

Und wie mutmachend ist Gottes Wort diesbezüglich an uns:

Wer ist unter euch Menschen, der seinem Sohn, wenn er ihn bittet um Brot, einen Stein biete? Oder, wenn er ihn bittet um einen Fisch, eine Schlange biete? Wenn nun ihr, die ihr doch böse seid, dennoch euren Kindern gute Gaben geben könnt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel Gutes geben denen, die ihn bitten!
Mt 7,9f

Und Gott um Gutes bitten, das mache ich täglich, oft gleich nach dem Aufwachen. Und wie gut ist mein Gott zu mir, jeden Tag auf´s Neue.

Und dann gleich noch eine Warnung an alle, die zu dieser klaren biblischen Aussage vorsichtshalber noch einige Pflichten hinzusetzen möchten. Dieses pharisäerhafte Denk- und Handlungsschema ist altbekannt und Gottes Wort gibt uns dazu folgendes mit auf den Weg:

Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!
Gal 5,1

Dem gibt es nichts hinzuzufügen, außer vielleicht, daß wir darüber spätestens in der Ewigkeit im Reich Gottes aus der Rückschau allerhand zu reden haben werden.

Und darauf freue ich mich schon:

Kind in Gottes Reich

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Bitte beachten!

Was wir Menschen tun ist zwangsläufig mit Fehlern behaftet.
Die Bibel rät deshalb: "Prüft alles und das Gute behaltet!" (1. Thess 5, 21)

Entsprechend haben sich die Männer von Beröa verhalten, über die Folgendes berichtet wird:
"Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte." (Apg 17, 11)

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