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Der schmale Weg

Bibel lesen – wie geht man vor, wenn man damit anfängt? Häufige Probleme und einfache Lösungen.

Bibel lesenBibel lesen finde ich zuallererst einfach erbaulich. Das sage ich nach etwa 14 Jahren Erfahrung.

Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich kurz vor meiner Umkehr zu Gott mit meiner ganz frisch erworbenen portugiesischen Bibel in einem lauten brasilianischen Gottesdienst saß und überhaupt nichts  verstand.

Etwa zwei Wochen später las ich dann am Strand in einer ganz anderen Bibel, nämlich in einem kleinen Neuen Testament der Gideons, ebenfalls auf Portugiesisch.

Und auf einmal verstand ich es. Es war sogar so, daß dieses kleine Buch begann, zu mir zu sprechen. Nicht so, daß man es hören konnte, aber es war deutlich zu verstehen. Ein unvergessliches Erlebnis, das bis heute immer auftritt, wenn ich in der Bibel lese. Manchmal schneller und manchmal dauert es länger, aber es ist jedes Mal dasselbe.

Es ist ein bischen wie beim Schwimmen oder Dauerlaufen. Am Anfang ist es manchmal schleppend aber nach ein paar dutzend Schritten macht es immer Spaß.

Wenn Sie dieses Erlebnis nicht haben, dann hat die Bibel noch nicht begonnen, mit Ihnen zu sprechen. Ich vermute einmal, daß Sie dann auch noch keine Zwei-Wege-Kommunikation mit Gott haben, oder bei Ihnen ist es ganz anders als bei mir.

Nun, wie macht man denn die ersten “paar Dutzend Schritte” beim Bibel lesen?

Man kann die Bibel grundsätzlich auf zwei Arten und Weisen lesen. Einmal kann man zusammenhängende Abschnitte lesen wie einen Erlebnisbericht. Das ist noch relativ einfach. Dann kann man auch etwas zu einem bestimmten Thema nachschlagen. Das ist schon schwieriger.

Beim Lesen der zusammenhängenden Abschnitte gibt es mehrere Stufen. Gerade als Bibelanfänger wird man sich eine einfache Übersetzung heraussuchen, was aber nicht sein muß (siehe den Artikel “Bibelübersetzungen“). Ich lese heute noch gerne in einer modernen und einfachen Übersetzung, wenn ich im Alten Testament lese. Das ist der erste Weg, die Bibel zu lesen.

Später, wenn man die Geschichten und Passagen besser kennt, wird man in der Bibel auch nach konkreter Lehre zu konkreten Fragen suchen wollen. Schließlich ist sie Gottes Offenbarung an uns. Er tritt mit uns durch die Bibel direkt in Kontakt. Das ist der zweite Weg, die Bibel zu lesen.

Diese beiden Wege die Bibel zu lesen, gehen auch oft ineinander über.

Bei mir ist es meistens so, daß ich eine Bibelstelle zu einem bestimmten Thema habe, und dann weitere Bibelstellen zu diesem Thema lesen will. Zur Hilfe dazu gibt es sogenannte “Konkordanzen”. Eine Konkordanz ist ein Stichwortverzeichnis für biblische Begriffe. Zu jedem Begriff gibt die Konkordanz dann die Bibelverse an, in denen der Begriff vorkommt. Konkordanzen gibt es entweder als separates Buch oder sie ist gleich hinten drin in der Bibel enthalten.

Oft sind in den Bibeln auch Randverweise auf entsprechende Stellen enthalten. Diese sind je nach Qualität des Bearbeiters unterschiedlich wertvoll. Hinzu kommt leider manchmal, daß Bearbeiter ein einseitiges Bibelverständnis haben und deshalb bestimmte Verweise nicht aufführen, wo sie der guten Ordnung halber hingehören. Das ist dann im Endeffekt fast so, als würde man bestimmte unliebige Seiten der Bibel herausreißen.

Zudem ist es oft so, daß verschiedenen Bibel-Übersetzungen unterschiedliche Worte für dieselben Begriffe benutzen. Deswegen braucht jede Bibelübersetzung eine eigene Konkordanz.

Olive TreeDas alles finde ich sehr unbefriedigend. Das hat dazu geführt, daß ich gedruckte Konkordanzen nicht mehr verwende und auch die Verweise in den Bibeln nicht mehr lese. Viel besser geht das heute im Internet online unter www.bibleserver.com oder auch mit den Smart-Phone-Bibeln von www.olivetree.com, die ich beide uneingeschränkt empfehlen kann.

Üblicherweise geht es mir dabei wie folgt. Ich finde einen Begriff, der mich beschäftigt, z.B. “Errettung”. Das ist interessant, denn das ist mein höchstes Ziel. Ich möchte schließlich wissen, wie ich in den Himmel komme.

Dazu gilt die wichtige Grundregel: Die Bibel legt sich selbst aus. Die Bibel macht ohne weitere Hilfsmittel deutlich, wie ein Thema zu verstehen ist. Wenn man nun möglichst viele Bibelstellen für ein Gebiet heranzieht, dann wird vermieden, aufgrund von vereinzelten Aussagen falsche Rückschlüsse zu ziehen. Wenn man sich nicht daran hält, dann können daraus fatale Fehlinterpretationen resultieren. Häufig entstehen so Sekten und Irrlehren. Es ist also einige Arbeit notwendig, um so etwas zu vermeiden.

Auf der Suche nach Informationen über “Errettung” sucht man also in einer zunächst beliebigen Übersetzung nach “Errettung” und nach “rett”, denn damit findet man auch “gerettet”, “Retter”, Rettung” – und man würde auch “Rettich” finden, wenn das ein biblischer Begriff wäre. Dann werden alle Verse angezeigt, in denen der Begriff steht.

Die wichtigen Verse aus der Liste pickt man sich heraus, am besten per copy/paste in ein Word-File. Dann schaut man noch die entsprechenden Verse in den anderen Bibelübersetzungen nach. Evtl. kommt man dann noch auf andere Suchbegriffe, wie z.B. “Gerechtigkeit”, “gerecht”, “Buch des Lebens”, “Messias”, “Christus”, usw. Mit diesen Begriffen geht man abermals auf die Suche, und zwar in allen verwendeten Bibelübersetzungen. Man endet dann in einer Vielzahl von Bibelversen mit unterschiedlichen Aussagegehalten. Die ordnet man dann so, daß sich eine komplette Lehre ergibt. Auf dieser Seite habe ich einige solche Beiträge stehen.

Dabei ist es nützlich, wenn man sich ein lehrbuchartiges Predigtbuch dazunimmt, wie zum Beispiel die vielen Bücher von Martyn Lloyd-Jones. Er macht das in seinen Predigten für einen bestimmten Begriff vor und ich vertiefe das mit eigenen Studien. So kann man sich auch zu einem Randgebiet bewegen, das einen gerade interessiert.

Auch wenn ich biblische Wörterbücher nicht gut als Start für ein Bibelstudium finde, sind die trotzdem nützlich, wenn es um Hintergrundwissen geht. So enthält die in Bezug auf die persönliche Beziehung mit Gott eher schwache “Stuttgarter Erklärungsbibel” gute Hinweise zu geschichtlichen Fakten und Hintergründen. Nirgendwo sonst konnte ich auf die Schnelle finden, daß der Begriff “Evangelion” in der Zeit von Paulus ein geschütztes Markenzeichen für eine gute Nachricht kaiserlichen-römischen Ursprungs war. So versteht man besser, daß die römische Verwaltung etc. sich durch Paulus’ “gute Nachricht” gestört fühlten.

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Bitte beachten!

Was wir Menschen tun ist zwangsläufig mit Fehlern behaftet.
Die Bibel rät deshalb: "Prüft alles und das Gute behaltet!" (1. Thess 5, 21)

Entsprechend haben sich die Männer von Beröa verhalten, über die Folgendes berichtet wird:
"Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte." (Apg 17, 11)

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