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Erkenntnisse und Zeugnisse

Warum Kirche? Eine Erfahrung aus der Praxis

Da hat mein Freund Ron Kubsch auf seiner Homepage http://www.theoblog.de eine interessante Überlegung angestoßen. Er hat einen Kurzbeitrag “Warum Kirche?” eingestellt, dessen zentrale Aussage wie folgt lautet:

„Wir sind nicht in der Kirche, damit wir uns wohlfühlen.“

Diesem Gedanken konnte ich nun wirklich nicht zustimmen, mir stellten sich sogar die Haare dabei auf. Zu seiner Verteidigung möchte ich darauf hinweisen, daß man unterscheiden muß, ob mit “Kirche” ein Gebäude gemeint ist oder eine bestimmte Menge von Menschen, siehe auch hier
http://www.theoblog.de/%C2%BBals-christ-brauche-ich-keine-gemeinde%C2%AB/12640/

Er meinte mit seiner Bemerkung die Kirche als Gemeinschaft der Jesus-Nachfolger.

Ich habe sie aber als Anspielung auf das Haus Gottes anläßlich eines Gottesdiensts verstanden, und wenn man die Kommentare zu seinem Beitrag liest, dann ging es nicht nur mir so.

Also reden wir daüber.

Aus der Bibel her ist die Sache sehr klar, wenn mit “Kirche” das Gebäude gemeint ist, zu dem Jesus-Nachfolger aus verschiedenen Gründen gehen. Seit jeher gibt es ein Haus Gottes, wohin wir gehen, um Gott anzubeten. Einer der ältesten Hinweise ist in einem der Bücher Moses zu finden, wo Jakob nach einer Begegnung mit Gott selbst den Grundstein für ein Gotteshaus legt:

Und dieser Stein, den ich aufgerichtet habe zu einem Steinmal, soll ein Gotteshaus werden;
1. Mo 28,22a

Natürlich war damit nicht gemeint, daß er Gott eine Wohnstätte bauen wollte. Gott hat schon immer gewollt, daß Gotteshäuser gebaut werden, damit Menschen dort Zuflucht und Ruhe suchen können, Außerdem mag er es, wenn wir dort Gottesdienste feiern, nämlich zu seinen Ehren. Der Vergleich mit einer ausgelassenen Party ist da aus meiner Sicht nicht unbedingt schlecht gewählt.

Nun zu dem oben genannten Kurzartikel von Ron. Die Kommentare zu dem Artikel haben mich wirklich überrascht.

So meint ein Kommentator, daß ihn ein “Lutz” auch wieder erinnert habe und daß er darum “jetzt auch wieder” in die Kirche gehe.

Warum gehen diese Leute wohl in die Kirche? Wenn ich mich dort nicht wohlfühle, dann gehe ich doch auch nicht hin, oder? Ob mich jetzt mein Freund Lutz daran erinnert oder nicht.

Aus eigener Erfahrung habe ich da etwas beizutragen. Nicht nur daß ich aus der römisch-katholischen Kirche ausgetreten bin, weil ich mich dort in den Gottesdiensten unwohl gefühlt habe.

Zunächst habe ich eine Kirche gefunden, in deren Gottesdiensten ich mich wohl fühlte. Ich habe danach immer wieder eines bemerkt: wenn ich den Sonntag mit einer Unternehmung oder gar einem Plan belege, dann ist die ganze Woche darauf anstrengend und mühevoll. Und ganz schlimm ist es, wenn ich am Sonntag nicht in die Kirche gehe, d.h. nicht am Gottesdienst teilnehme.

Ganz wesentlich für mich ist im Gottesdienst dabei das Zusammensein mit Gott, er ist ganz nah, wenn wir zusammen Lieder singen. Erst Recht ist es schön, wenn ich einem Prediger zuhören kann, der sich wirklich mit einem Bibelvers beschäftigt hat und der Gemeinde das Ergebnis seiner tagelangen Arbeit in einer halben Stunde oder auch einer ganzen Stunde so präsentiert, daß man Gott durch ihn sprechen hört.

Und natürlich bin ich dort nicht alleine, und ich weiß wohl, daß nicht alle dort dasselbe Motiv haben wie ich. Dabei sitze ich zumeist in der hintersten Reihe oder wenigstens in einer der letzten Reihen, ein bischen wie der Gottesdienstbesucher in Luk 18, 13a:

Der Zolleinnehmer stand ganz hinten …

Aber das alles macht gar nichts, nicht die anderen Gottesdienstbesucher sind mir wichtig, sondern die Gemeinschaft mit Gott. Dementsprechend kann ich aus voller Überzeugung sagen, daß ich in der Kirche bin, weil ich mich dort wohlfühle:

Herr, der Tempel ist erfüllt von deiner Hoheit und Macht; an diesem Haus hängt mein Herz.
Ps 26,8

Um eines habe ich den Herrn gebeten; das ist alles, was ich will: Solange ich lebe, möchte ich im Hause des Herrn bleiben. Dort will ich erfahren, wie gut der Herr es mit mir meint, still nachdenken im heiligen Zelt. Ps 27,4

Die Liebe zu deinem Haus – sie verzehrt mich wie ein Feuer. Ps 69,10

Und fast der ganze Psalm 84:

… Meine ganze Liebe gehört deinem Haus, Herr, du großer und mächtiger Gott!Ich möchte jetzt dort sein, in den Vorhöfen des Tempels – die Sehnsucht danach verzehrt mich! Mit Leib und Seele schreie ich nach dir, dem lebendigen Gott! Sogar die Vögel dürfen bei dir wohnen; die Schwalben bauen ihr Nest bei deinen Altären und ziehen dort ihre Jungen auf, Herr, du Herrscher der Welt, mein König und mein Gott! … Ein Tag im Vorhof deines Tempels zählt mehr als sonst tausend…

Und gerade letztes Wochenende habe ich das wieder bemerkt. Ich mußte am Sonntag Morgen auf den Elektriker und den Gärtner warten, die in Singapore ganz normal am Sonntag arbeiten. Dadurch fiel der Gottesdienstbesuch am Morgen aus. Ich mußte auch noch mithelfen, denn der Elektriker hat unsere Mosquitofalle angeschlossen, die ich danach reinigen und einstellen mußte, damit niemand in der Nachbarschaft durch eine Fehlfunktion der Mosquitofalle gefährdet wird.

Das alles deutete auf eine schreckliche Arbeitswoche hin.

Nun denn, dann bin ich halt in den Sonntag-Abend-Gottesdienst in der St. Andrew´s Cathedral gegangen. Das ist eigentlich eine anglikanische Kirche, die von der Ausrichtung sowohl Ähnlichkeit mit der Evangelischen Kirche von Deutschland EKD als auch mit der Heiligen Römischen Katholischen Kirche hat. Als wiedergeborener Christ würde ich dort nicht erwarten, daß man in einem Gottesdienst Kontakt mit Gott bekommt, weder durch das gemeinsame Singen noch durch die Predigt des Pastors.

Aber Sonntag Abend um 19:30 gibt es dort einen Gottesdienst, der genau durch so etwas bestimmt ist.

Die Lieder sind vom Text her mit viel Gehalt, genau so etwas bringt einen weiter und stärkt mich für die Woche.

Mit Recht sagt der Psalm 84 folgendes:

Wie glücklich sind alle, die in deinem Haus Wohnrecht haben und dich dort immerzu preisen können! Wie glücklich sind sie, die bei dir ihre Stärke finden und denen es am Herzen liegt, zu deinem Heiligtum zu ziehen! Wenn sie durchs Wüstental wandern, brechen dort Quellen auf, milder Regen macht alles grün und frisch. Mit jedem Schritt wächst ihre Kraft, bis sie auf dem Zionsberg vor dir stehen.

Und hier noch ein Bild vom neu renovierten Hauptraum der Kirche, wahrlich eine kleine Kathedrale. Und man bekommt eine Idee davon, wie viele/wenige Christen sich dort Sonntag abends noch versammeln.

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Entsprechend haben sich die Männer von Beröa verhalten, über die Folgendes berichtet wird:
"Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte." (Apg 17, 11)

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