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Beispiel für eine praktische kleine Bibelarbeit: Beten zu Gott – darf man dabei auch zu Jesus beten?

one Jesus one love

Anmerkung: der folgende Beitrag ist entstanden im Zusammenhang mit einer hier
http://www.theoblog.de/die-notwendigkeit-des-schriftbeweises/21870/
gefundenen Äußerung Dietrich Bonnhoeffers in seinem Buch Gemeinsames Leben

Wir müssen die heilige Schrift erst wieder kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen. Wir müssen die Schrift kennen lernen zu allererst um unseres Heiles willen. Aber es gibt daneben genug gewichtige Gründe, um uns diese Forderung ganz dringlich zu machen. Wie sollen wir z. B. in unserm persönlichen und kirchlichen Handeln jemals Gewißheit und Zuversicht erlangen, wenn wir nicht auf festem Schriftgrund stehen? Nicht unser Herz entscheidet über unsern Weg, sondern Gottes Wort. Wer aber weiß heute noch etwa rechtes über die Notwendigkeit des Schriftbeweises? Wie oft hören wir zur Begründung wichtigster Entscheidungen ungezählte Argumente „aus dem Leben“, aus der „Erfahrung“, aber der Schriftbeweis bleibt aus, und gerade er würde vielleicht in genau entgegengesetzte Richtung weisen? Daß freilich der den Schriftbeweis in Mißkredit zu bringen versuchen wird, der selbst die Schrift nicht ernstlich liest, kennt und durchforscht, ist nicht zu verwundern. Wer aber nicht lernen will, selbständig mit der Schrift umzugehen, der ist kein evangelischer Christ.

Wir wollen diese Forderung aus aktuellem Anlass auf das “Beten” angewendet darstellen.

Mit dem Beten kann es im Erwachsenenalter ja schwierig sein. Warum sollte ein ausgewachsener Mensch z.B. ein kindliches Tischgebet aufsagen? Das Essen schmeckt doch mit und ohne Gebet gleich, oder?

Stimmt nicht, kann ich da aus eigener Erfahrung sagen. Mit Gebet vorher schmeckt das Essen besser.

Allerdings macht es nach meiner Erfahrung keinen Unterschied, ob das Gebet laut betet oder still. Wenn mehrere zusammen sind, dann macht “laut beten” aber wieder mehr Spaß als “still beten”.

In einem Land wie Singapur, wo es die Leute als völlig normal empfinden, wenn die Frauen bei Temperaturen von 32°C mit einem Kopftuch umherlaufen, weil es ein religiöses Symbol ist, habe ich dann allerdings besonderen Spaß an einem lauten Tischgebet, weil das auch von anderen Religionen geschätzt wird. An einem Ort, wo dutzende Religionen auf engstem Raum beisammen sind, erzeugt man Respekt seiner eigenen Religion gegenüber am besten dadurch, daß man den anderen Religionen Respekt zollt. Dazu zeigt man tunlichst, welcher Religion man angehört, und zwar durch Taten und nicht durch Worte.

Da sind wir dann also bei der praktischen Anwendung des Gebets. Die Bibel sagt an zahlreichen Stellen, daß wir im Heiligen Geist im Namen Jesu zu Gott dem Vater beten sollen. Das ist so gegenwärtig, daß ich mir einen Beweis erspare.

Im Einzelnen funktioniert Beten so.

Man bittet Gott, den Vater, im Namen Jesu, um etwas.

Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.
Joh 14,13

Wohlgemerkt, nicht durch Gott, den Vater, wird die Bitte erfüllt, sondern durch Gott, den Sohn.

Dabei ist es so, daß man die Trefferwahrscheinlichkeit seiner Gebete beträchtlich erhöhen kann, wenn man die Gebete durch den Heiligen Geist betet. Diese Aussage belege ich hier nicht, sondern einmal in der Zukunft, denn das ist ein eigenes interessantes Thema, das aber vom eingangs genannten Thema wegführt.

Wir wollen doch sehen, ob man auch Jesus, d.h. Gott den Sohn, direkt anbeten darf.

Ein aufmerksamer Leser dieses Blogs hat mich nämlich darauf aufmerksam gemacht, daß ein Gebet zu Jesus selbst vielleicht nicht in Ordnung sei, denn Jesus sei ja ein Mensch.

Stimmt, Jesus ist ein Mensch.

Aber Jesus ist gleichzeitig auch Gott.

Mit diesem scheinbaren Widerspruch tun sich einige Gläubige offenbar unglaublich schwer. Besonders dann, wenn sie versuchen, mit menschlicher Logik an diesen scheinbaren Widerspruch heranzugehen, wie ich nachstehend kurz aufzeigen möchte.

Jesus – Gott, der Sohn, und der Sohn Gottes gleichzetig?

Man kann versuchen, diesen scheinbaren Wiederspruch “Jesus gleichzeitig Mensch und Gott” an verschiedenen Stellen zu durchbrechen.

Eine theroretische Möglichkeit, diesen vermeintlichen Widerspruch aufzubrechen, besteht darin, zunächst zu sagen, daß die Dreifaltigkeit (Gott, der Heilige Geist und Jesus) schon vor der Erschaffung der Welt besteht. Das ist unbedingt biblisch, wird hier nicht nachgewiesen.

Im nächsten Schritt sagt man, daß Jesus, der versprochene Messias aus dem Alten Testament, der leibliche Sohn Jahwes ist, also Gott des Vaters. Auch das ist unbestritten biblisch, es wird hier ebenfalls nicht nachgewiesen.

So weit, so gut. Wie bringen wir nun aber diese beiden ohne Zweifel wahren Aussagen zusammen? Aus biblischer Sicht wird man sie tunlichst einfach nebeneinander stehen lassen. Der Heilige Geist lehrt uns, wie das zu verstehen ist, analog zu Jesus Aussage “…. denn der Heilige Geist wird euch in dieser Stunde lehren, was ihr sagen sollt” (Lu 12:12). Viele wiedergeborene Kinder Gottes haben jedenfalls schon heute Frieden damit,

Wie sieht es nun bei den Leuten aus, die versuchen, diese Aussagen aus eigener Kraft in Übereinstimmung zu bringen? Um die Schwierigkeitern von manchen Leuten zu verstehen, müssen wir für die weitere Untersuchung die biblische Basis verlassen und die in der westlichen Wissenschaft durchweg anerkannte aristotelesche Logik anwenden: ein Ding kann nicht gleichzeitig zwei entgegengesetzte Eigenschaften haben.

Angewendet auf die obige Situation: Jesus kann somit “logischerweise” nicht gleichzeitig Gott und Sohn desselben Gottes, also sein eigener Sohn sein. Somit muß mindestens eine der beiden eingangs genannten Behauptungen falsch sein.

Für diejenigen Gläubigen, die die Bibel mit solchen philosophischen Methoden der Logik untersuchen, könnte das eine ernsthafte Konsequenz haben: wenn Gott sagt, daß man keine anderen Götter bzw. Personen und Dinge neben ihm anbeten soll, dann müsse das als Folge dieser Unterscheidung auch beinhalten, daß man nur Gott den Vater anbeten darf, den Heiligen Geist, und vielleicht noch denjenigen (göttlichen) Teil von Jesus, der Teil der Trinität ist. Aber jedenfalls den Mensch Jesus dürfe man dann nicht anbeten.

Das war der wesentliche Gang der Argumentation der Leute, die eine Anbetung Jesu ablehnen, und ich habe ihn so ausführlich dargelegt, damit klar wird, daß man jedenfalls mit der Bibel alleine nicht auf eine solche Schlußfolgerung kommt. Es braucht noch ein gutes Stück menschliche Philosophie dazu. Nur der Vollständigkeit halber sei angemerkt, daß das im Westen vielleicht durchweg zu dem obigen Ergebnis führt. Hier in Asien, wo andere Philosophien vorherrschen – einige verachten den hölzernen Denkstil der westlichen aristoteleschen Logik sogar – kommt man zu ganz anderen Ergebnissen.

Das ist wahrscheinlich der Grund dafür, daß die Bibel deutlich vor den Irrlehren der Philosophie warnt:

Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus.
Kol 2:8

Das macht besonders Sinn, wenn man sich den obigen vermeintlichen Widerspruch ansieht.

Ein ebensolches nettes aber unsinniges Beispiel der Anwendung aristotelescher Logik auf eine biblische Aussage folgt aus den folgenden beiden Fragen:

1. kann der allmächtige Gott einen Stein machen, der so schwer ist, daß er ihn selbst nicht heben kann?
2. Ist der allmächtige Gott allmächtig, wenn er nicht einmal seinen eigenen Stein heben kann?

Man merkt schnell, wenn es keinen Sinn macht, einer solchen Frage mit vermeintlich wissenschaftlichem Handwerkszeug nachzugehen.

Das trifft übrigens auch auf die Technik zu, denn es gibt z.B. beim sichtbaren Licht Beugungseffekte, die darauf hindeuten, daß Licht eine elektromagnetische Welle ist. Und dann kann man – vermeintlich im Gegenteil dazu – nachweisen, daß Licht aus Teilchen besteht, deren “Gewicht” man sogar mit relativ einfachen Mitteln messen kann. “Welle” ist physikalisch gesehen aber das genaue Gegenteil von “Teilchen”. Einem Anhänger der Aristoteleschen Logik dreht sich bei dem Gedanken der Magen um, daß wir Menschen in einem derart widersprüchlichen Medium “Licht” leben müssen, und es gab auch lange Streit darüber in der Wissenschaft und Philosophie, als dieses komplementäre Phänomen von Licht bestätigt wurde, siehe hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Welle-Teilchen-Dualismus

Ich persönlich würde übrigens den Ausdruck “Dualismus” im Zusammenhang mit Licht vermeiden, denn er ist irreführend. Die Physik ist immer noch bestrebt, eine Erklärung für die beiden sich ergänzenden Eigenschaften von Licht zu finden, und es kann durchaus sein, daß es eine dritte Eigenschaft von Licht gibt, die wir heute noch nicht in Worten ausdrücken können. Bis dahin würde ich die heute beschreibbaren Eigenschaft von Licht eher als “komplementär” bezeichnen.

Somit haben wir ein Zwischenergebnis, wonach der aus Gott, dem Vater, und Gott, dem Sohn, bestehende Aspekt Gottes, jedenfalls ausgehend von der Bibel komplementär sein muß.

Das ist aber nicht alles, was die Bibel dazu zu sagen hat.

Ist die Verehrung Jesu als Gott biblisch?

Das zeige ich nachfolgend anhand mehrerer Einzelschritte auf. Dabei gestalte ich es bewußt einfach, denn die Bibel ist nicht für Akademiker geschrieben, sondern für Gotteskinder, getreu dem folgenden Versprechen:

Dann wurde Jesus von der Freude des Heiligen Geistes erfüllt und sagte: “Vater, Herr des Himmels und der Erde, ich danke dir, dass du die Wahrheit vor denen verbirgst, die sich selbst für so klug und weise halten. Ich danke dir, dass du sie stattdessen denen enthüllst, die ein kindliches Gemüt haben. Ja, Vater, so wolltest du es.”
Lk 10,21

Jeder kann mit der Bibel arbeiten, wenn man sich anfangs an wenige Regeln hält und sich nach und nach ein stetig wachsendes Wissen aufbaut. Wobei man natürlich sich selbst gegenüber kritisch bleiben muß, besonders wenn man – wie oben aufgezeigt – mit Hilfe vermeintlicher “Logik” die biblische Basis verlässt.

Erfahrungssache

Zunächst ist einmal so, daß mir die Anbetung von Jesus, dem schon im Alten Testament versprochenen Christus bzw. Messias (beides meint dasselbe), schon aus vielen Bibelversen vertraut ist, ohne daß ich diese stante pede genau angeben oder gar wörtlich zitieren könnte.

Ich habe also zunächst mit eigenen Worten beschrieben, wie ich diese Ereignisse aus der Rückschau der Lektüre der Bibel in Erinnerung habe. Erst danach las ich die betreffenden Bibeltexte im Original nach, wobei ich die vorher angefertigte Beschreibung mit Verweisen ergänzt habe. Diese Vorgehensweise folgt der biblischen Anleitung:

Darum gleicht jeder Schriftgelehrte, der ein Jünger des Himmelreichs geworden ist, einem Hausvater, der aus seinem Schatz Neues und Altes hervorholt.
Mt 13:52

Eine der eindrucksvollsten Bibelstellen für die Gotteigenschaft des Mensch gewordenen Jesus ist das Aufeinandertreffen des Apostels Thomas mit Jesus, nach dessen Wiederauferstehung, beschrieben am Ende von Kapitel 24 des Johannesevangeliums. Thomas hatte vorher den anderen Aposteln ehrlicherweise zugegeben, daß er die von diesen selbst bezeugte Wiederauferstehung Jesu nur dann selbst glauben könne, wenn er seinen eigenen Finger durch die Löcher in den Händen Jesu stecken und damit auf der anderen Seite herauswackeln und mit der Hand in die tiefe Speerwunde im Brustkorb Jesu hineinlangen könne (Joh 20,25). Thomas hatte nämlich sehr wohl gesehen, wie man Jesus zu Tode gebracht hatte, und er war Analytiker genug um zu verstehen, daß man so etwas nicht überleben kann.

Und dann ist folgendes passiert. Die Jünger haben sich eines Abends aus Angst vor Verfolgung in einem Stadthaus in Jerusalem weggeschlossen. Das ist im dichtgedrängten Jerusalem nicht einfach, und anonym ging es dort auch nicht zu. Man war auf das Wohlwollen der Nachbarn angewiesen. Noch ein letzter Blick rundum, sind alle Jünger und sonstigen Leute drin? Dann verbarrikadieren sie Fenster und Türen mit den dicken Fensterläden von innen. So kommt nicht einmal eine Maus ins Haus herein. Sicherheit ist hergestellt, nur mit Feuer oder einem Mauerbrecher aus der Kaserne kommt man noch herein. So einen Aufwand treibt aber niemand, nicht einmal die aufbrausenden Pharisäer.

Es schaut noch jeder durch einen Schlitz in der Fensterbarrikade nach draußen und plötzlich sagt eine feste Stimme hinter ihnen: “Grüß´ Euch Gott!”. Alle drehen sich um und können es nicht fassen: Jesus steht mitten unter ihnen (Joh 20,26). Wie ist der denn hereingekommen? Dabei ist Jesus ja kein körperloser Geist, sondern man kann ihn anfassen und er kann feste Nahrung aufnehmen, ohne daß diese durch ihn hindurch auf den Boden fällt, wie er schon bei einer anderen, dazu ähnlichen Aktion bewiesen hat (Luk 24, 36-43). Unmöglich, daß er sich beispielsweise durch einen Türschlitz in das innere des Hauses hineinzwängt.

Thomas fängt sich als erster. Schnell im Erfassen von Situationen war er schon immer, was wir seit der Geschichte mit der Erweckung des toten Lazarus wissen (Joh 11,16). Es stimmt also, was ihm die anderen erzählt haben. Jesus lebt. Er sieht auch die Wundmale an den genannten Stellen, er weiß selbst noch, was er damals über die Wiederauferstehung Jesu gesagt hat. Und Jesus lacht, er weiß es auch, er weiß ja alles, weil er Gott ist. Zu Thomas sagt er dann noch mehr im Spaß: “so Thomas, jetzt steck doch mal deinen Finger durch die Löcher in meinen Händen und wackle damit auf der anderen Seite heraus. Und dann fasst Du noch ein bischen mit der Hand in die tiefe Speerwunde in meinem Brustkorb” (Joh 20, 27).

Thomas ist zunächst stumm auf dieses Angebot der Begutachtung des beschädigten Körpers Jesu. Thomas sieht selbst, welchen Unsinn er damals geredet hat. Ihm wird im Bruchteil einer Sekunde alles klar, das ganze Alte Testament ist von vorne bis hinten wahr: Gott hat alles perfekt gemacht, die Welt, die Natur, die Menschen, einfach alles. Die Menschen haben sich von Gott entfernt, indem sie gesündigt haben. Gott selbst schafft einen Weg, damit die Menschen zu ihm zurückkehren können. Und dieser von Gott geschaffene Weg steht jetzt vor ihm: der ins Fleisch gekommene Gott, der Sohn, der Messias, der Christus, der Friedefürst.

Alles was Thomas noch herausbringt ist: “Mein Herr und mein Gott!”

Genau an dieses Bibelwort erinnere ich mich deutlich, wenn ich an die betreffende Schilderung in der Bibel denke. Thomas sagt “mein Gott” und er meint es auch so. Dieses Erlebnis hat sein Leben schlagartig verändert.

Es hat einen gestandenen Mann endgültig zerbrochen. In der Folge ist Thomas zu Fuß von Jerusalem bis ins heutige Chennai in Süd-Indien gewandert. Er hat in der Folge unzähligen Menschen sein Erlebnis erzählt, und die Auswirkungen auf sein eigenes Leben. Ein Eingeborener hat ihn dann hinterrücks mit seinem Speer erledigt, einer der ersten Missionare, die für die “gute Nachricht” gestorben ist.

Chennai CathedralAuf Thomas´ Grab wurde eine (kleine) Kathedrale errichtet, die noch heute steht. Ich war im Jahr 2011 dort und habe sie mir angeschaut, Chennai ist nämlich nur 4 Flugstunden von Singapur entfernt. Es ist eine von zwei Kirchen der Welt, wo einer der Apostel begraben ist. Die andere steht in Rom, da war ich auch schon mal. Welch ein Unterschied.

Dort in der Kathedrale in Chennai, im Keller, hängt auch eine Kopie eines mittelalterlichen Ölgemäldes von Michelangelo Merisi da Caravaggio, das den Thomas mit gerunzelter Stirn beim genauen Inspizieren der Wunden Jesu zeigt. Hl ThomasHerrlicher Anblick! Fahren Sie unbedingt selbst einmal hin und schauen Sie es sich an.

Was für Thomas gilt, das gilt auch mich. Jesus ist mein Gott, in Personalunion mit Gott dem Vater und dem Heiligen Geist.

 

Noch eine Bibelstelle aus der Erinnerung? Gerne!

Eine der beeindruckensten Bibelstellen überhaupt ist die, wo die beiden Raubmörder zusammen mit Jesus gekreuzigt werden (ab Luk 23, 32). Der eine – geistlich tot – kann nicht anders als seinem Naturell folgend noch einmal eine abfällige Bemerkung über Jesus zu machen, der mit ihm am Kreuz hängt. Der andere Raubmörder dagegen erkennt die Lage genau. In weniger als einer Stunde wird er tot sein. Er kennt die Geschichten über Jesus, er kennt die Prophezeiungen über den Messias, weil er ist ausgebildeter Jude. Warum er hier am Kreuz hängt? Heute würde man es auf die Gesellschaft schieben. Schlechte Freunde in der Kindheit, vielleicht ist der Vater früh gestorben. Damals sah man klarer als heute: er war schon immer ein rebellisches Kind, das sich nichts sagen ließ. Er machte “seinen Weg” und nun hängt er da, im Angesicht des sicheren Tods. So viel Kraft hat er allerdings noch, um seinem alten Saufkumpan die Absurdität seiner Aussage darzulegen:

Und du fürchtest dich auch nicht vor Gott, der du doch in gleicher Verdammnis bist? Wir sind es zwar mit Recht, denn wir empfangen, was unsre Taten verdienen; dieser aber hat nichts Unrechtes getan.
Luk 23,40f

Bisher hatte sein todeswürdiges Verbrechen immer geleugnet, aber jetzt ist es auch schon egal. Er gesteht dabei, daß er den Tod verdient hat. So etwas nennt man Sündenerkenntnis.

Und der geständige Verbrecher wendet sich dann an Jesus:

Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst!
Luk 23,42

“Dein Reich” sagt der Schwerverbrecher. Er könnte auch sagen, “Dein Himmelreich” oder “Dein Gottesreich”. Und er sagt ebenfalls nicht “… wenn Du in das Reich Gottes kommst”. Er sagt “in Dein Reich”. Es handelt sich ganz klar um eine Anrede als Gott. Hier
https://kind-in-gottes-reich.com/2013/11/12/kind-in-gottes-reich-was-soll-denn-dieser-titel/
habe ich übrigens schon einmal etwas über das “Reich Gottes” geschrieben, das Sie in diesem Zusammenhang vielleicht nützlich finden.

Diese beiden Bibelstellen über den Apostel Thomas und den Raubmörder am Kreuz und auch die vielen anderen Bibelstellen, die ich nicht unmittelbar parat habe, sondern die passiv im Gedächtnis schlummern, sagen mir genug. Jesus ist Gott und ich darf ihn getrost anbeten, ja ich soll es sogar.

Und jetzt die systematische Suche nach einer Antwort, wie von Bonnhoeffer eingefordert

Wir bleiben natürlich nicht bei einer vagen Ahnung stehen, sondern wir gehen jetzt systematisch in der Bibel auf die Suche. Dazu gibt es mehrere Methoden, die allesamt in Ordnung sind. Man sollte jede Methode beherrschen.

Wenn man es ganz genau machen möchte, dann wird man als erstes eine Bibel-Stichwortrecherche nach “anbeten” sowie allen Synonymen und nahegelegenen Begriffen wie “niederfallen”, “niederknien”, etc. machen und dabei sowohl auf alle Verweise eingehen, die den im Alten Testament versprochenen Messias meinen als auch auf Verweise, die im Neuen Testament Jesus selbst meinen. Dazu wird man auch in verschiedenen Bibelübersetzungen nachschauen, um dabei herauszufinden, daß in allen Übersetzungen dasselbe enthalten ist.

Man kann es sich auch leichter machen, und zu verschiedenen Bibelkommentaren greifen, um sich zu orientieren.

Heute ist das alles aber noch viel leichter als noch 10 Jahre zuvor, denn das Internet hat alles bereit.

Bei der Suche nach der Frage “Darf man Jesus anbeten” in einer der bekannten Suchmaschinen kommt man auf folgende Treffer:

Wenn man diese Treffer kompiliert, dann kommt folgendes Ergebnis heraus (die meisten Verweise sind von Titus Vogt, der die kompletteste Zusammenstellung von relevanten Bibelstellen geliefert hat, hier http://www.die-voegte.de/zu_jesus_beten.html).

Bei der Begegnung des Auferstandenen Jesus mit Thomas spricht dieser Jesus an mit: “Mein Herr und mein Gott” (Joh 20,28). Beachtlich: Jesus wehrt ihm nicht, was Jesus tun würde, wenn er “nur” ein Mensch oder ein Engel wäre, so wie der Engel hier:

 Und ich, Johannes, bin es, der dies gehört und gesehen hat. Und als ich’s gehört und gesehen hatte, fiel ich nieder, um anzubeten zu den Füßen des Engels, der mir dies gezeigt hatte. Und er spricht zu mir: Tu es nicht! Denn ich bin dein Mitknecht und der Mitknecht deiner Brüder, der Propheten, und derer, die bewahren die Worte dieses Buches. Bete Gott an!
Off 22,8-9

Es gibt außerdem Stellen in der Offenbarung, wo davon die Rede ist, daß Jesus als das Lamm die gleiche Ehre und Anbetung empfängt, genau wie Gott, der Vater:

Das Lamm, das geschlachtet ist, ist würdig, zu nehmen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Preis und Lob.  Und jedes Geschöpf, das im Himmel ist und auf Erden und unter der Erde und auf dem Meer und alles, was darin ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm sei Lob und Ehre und Preis und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Und die vier Gestalten sprachen: Amen! Und die Ältesten fielen nieder und beteten an.
Off 5,12-14

Das Heil ist bei dem, der auf dem Thron sitzt, unserm Gott, und dem Lamm! Und alle Engel standen rings um den Thron und um die Ältesten und um die vier Gestalten und fielen nieder vor dem Thron auf ihr Angesicht und beteten Gott an und sprachen: Amen, Lob und Ehre und Weisheit und Dank und Preis und Kraft und Stärke sei unserm Gott von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
Off 7,10-12

Dann gibt es eine Vielzahl von Stellen, wo im griechischen “proskyneo” steht, was ursprünglich “fußfällig verehren” heißt, also “niederfallen” aus Ehrerbietung, später auch als spezifischer Begriff für “anbeten” verwendet wurde.

Niederwerfen oder huldigen vor anderen Göttern war allen Juden laut 2.Mo 20:4 verboten, auch Kanaaniter-Juden, blindgeborenen Juden und denjenigen Juden, die aussätzig waren. Aber vor Jesus warfen sich viele solche Juden anbetend und huldigend nieder.

Zahlreiche Stellen mit diesem Wort beziehen sich auf Jesus, einige davon eindeutig im Sinne von “anbeten”.

Im Folgenden nur eine Auswahl von einschlägigen Bibelstellen:

Als Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa zur Zeit des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem und sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern gesehen im Morgenland und sind gekommen, ihn anzubeten.
Mt 2,2+1 (Unterstreichung hinzugefügt)

Und siehe, ein Aussätziger kam heran und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, wenn du willst, kannst du mich reinigen.
Mt 8,2 (Unterstreichung hinzugefügt)

Als er dies mit ihnen redete, siehe, da kam einer von den Vorstehern der Gemeinde, fiel vor ihm nieder und sprach: Meine Tochter ist eben gestorben, aber komm und lege deine Hand auf sie, so wird sie lebendig.
Mt 9,18 (Unterstreichung hinzugefügt)

Die aber im Boot waren, fielen vor ihm nieder und sprachen: Du bist wahrhaftig Gottes Sohn!
Mt 14,33 (Unterstreichung hinzugefügt)

Und siehe, eine kanaanäische Frau kam aus diesem Gebiet und schrie: Ach Herr, du Sohn Davids, erbarme dich meiner! Meine Tochter wird von einem bösen Geist übel geplagt. … Er antwortete aber und sprach: Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel. Sie aber kam und fiel vor ihm nieder und sprach: Herr, hilf mir!
Mt 15,22-25 (Unterstreichung hinzugefügt)

Nachfolgend eine Anspielung Jesu auf sich selbst, als derjenige im Himmelreich, der uns dereinst einmal richten wird:

Da fiel ihm der Knecht zu Füßen und flehte ihn an und sprach: Hab Geduld mit mir; ich will dir’s alles bezahlen.
Mt 18,26

Da trat zu ihm die Mutter der Söhne des Zebedäus mit ihren Söhnen, fiel vor ihm nieder und wollte ihn um etwas bitten. Und er (Jesus) sprach zu ihr: Was willst du? Sie sprach zu ihm: Lass diese meine beiden Söhne sitzen in deinem Reich, einen zu deiner Rechten und den andern zu deiner Linken.
Mt 20,20-21 (Anmerkung in Klammern hinzugefügt)

Hier zwei schöne Beispiele für die Anbetung Jesu, nachdem er auferstanden war

Als aber der Sabbat vorüber war und der erste Tag der Woche anbrach, kamen Maria von Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen. … Und siehe, da begegnete ihnen Jesus und sprach: Seid gegrüßt! Und sie traten zu ihm und umfassten seine Füße und fielen vor ihm nieder.
Mt 28,1-9

Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder.
Mt 28,16-17a

Und nun aus dem Markus-Evangelium, anhand eines Besessenen:

Und als er (Jesus) aus dem Boot trat, lief ihm alsbald von den Gräbern her ein Mensch entgegen mit einem unreinen Geist, der hatte seine Wohnung in den Grabhöhlen. Und niemand konnte ihn mehr binden, auch nicht mit Ketten; denn er war oft mit Fesseln und Ketten gebunden gewesen und hatte die Ketten zerrissen und die Fesseln zerrieben; und niemand konnte ihn bändigen. … Als er aber Jesus sah von ferne, lief er hinzu und fiel vor ihm nieder
Mk 5,2-6 (Erläuterung in Klammern hinzugefügt)

Und hier, sogar die römischen Söldner beten Jesus an:

Die Soldaten führten ihn hinein in den Palast, das ist ins Prätorium, und riefen die ganze Abteilung zusammen und zogen ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie ihm auf und fingen an, ihn zu grüßen: Gegrüßet seist du, der Juden König! Und sie schlugen ihn mit einem Rohr auf das Haupt und spien ihn an und fielen auf die Knie und huldigten ihm.
Mk 15,19 (Unterstreichung hinzugefügt)

Und hier die Passage über Jesu Himmelfahrt, mit seiner Anbetung und anschließend derjenigen von Gott, dem Vater.

Er führte sie aber hinaus bis nach Betanien und hob die Hände auf und segnete sie. Und es geschah, als er sie segnete, schied er von ihnen und fuhr auf gen Himmel. Sie aber beteten ihn an und kehrten zurück nach Jerusalem mit großer Freude und waren allezeit im Tempel und priesen Gott.
Lk 24,50-52 (Unterstreichung hinzugefügt)

Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war … Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder. … Da fragten ihn … die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend. Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen. Da sprachen sie … zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, dass er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet. … Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend. … Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt und ihr habt’s nicht gehört! Was wollt ihr’s abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? … Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe. Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun. Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus. Es kam vor Jesus, dass sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn? Er antwortete und sprach: Herr, wer ist’s?, dass ich an ihn glaube. Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist’s. Er aber sprach: Herr, ich glaube, und betete ihn an.
Joh 9,1-38

Nachfolgend ein Zitat des Alten Testaments auf Prophezeiungen, die auf Jesus, den Messias, hinweisen, zusammen mit dem Hinweis, daß ihn Engel anbeten

Denn zu welchem Engel hat Gott jemals gesagt (Psalm 2,7): »Du bist mein Sohn, heute habe ich dich gezeugt«? Und wiederum (2.Samuel 7,14): »Ich werde sein Vater sein und er wird mein Sohn sein«? Und wenn er den Erstgeborenen wieder einführt in die Welt, spricht er (Psalm 97,7): »Und es sollen ihn alle Engel Gottes anbeten.«
Hebr 1,5-6

Dann gibt es auch einige Stellen, wo Jesus ausdrücklich “Gott” genannt wird (z.B.

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.  … Und das Wort ward Fleisch und wohnte unter uns, und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als des eingeborenen Sohnes vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.
Joh 1,1+14

Ich selber wünschte, verflucht und von Christus getrennt zu sein für meine Brüder, die meine Stammverwandten sind nach dem Fleisch, die Israeliten sind, denen die Kindschaft gehört und die Herrlichkeit und die Bundesschlüsse und das Gesetz und der Gottesdienst und die Verheißungen, denen auch die Väter gehören und aus denen Christus herkommt nach dem Fleisch, der da ist Gott über alles, gelobt in Ewigkeit. Amen.
Röm 9,5 (Unterstreichung hinzugefügt)

Wie ihr nun den Herrn Christus Jesus angenommen habt, so lebt auch in ihm und seid in ihm verwurzelt und gegründet und fest im Glauben, wie ihr gelehrt worden seid, und seid reichlich dankbar. Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus. Denn in ihm wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig und an dieser Fülle habt ihr teil in ihm, der das Haupt aller Mächte und Gewalten ist.
Kol 2,9 (Unterstreichung hinzugefügt)

Denn es ist erschienen die heilsame Gnade Gottes allen Menschen und nimmt uns in Zucht, dass wir absagen dem ungöttlichen Wesen und den weltlichen Begierden und besonnen, gerecht und fromm in dieser Welt leben und warten auf die selige Hoffnung und Erscheinung der Herrlichkeit des großen Gottes und unseres Heilands Jesus Christus, der sich selbst für uns gegeben hat, damit er uns erlöste von aller Ungerechtigkeit und reinigte sich selbst ein Volk zum Eigentum, das eifrig wäre zu guten Werken.
Tit 2,13 (Unterstreichung hinzugefügt)

Weiterhin gibt es alttestamentliche Stellen, in denen “Jahwe” vorkommt und die im Neuen Testament zitiert werden und die ausdrücklich auf Jesus bezogen werden:

Zu der Zeit kam Johannes der Täufer und predigte in der Wüste von Judäa und sprach: Tut Buße, denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen! Denn dieser ist’s, von dem der Prophet Jesaja gesprochen und gesagt hat (Jesaja 40,3): »Es ist eine Stimme eines Predigers in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg und macht eben seine Steige!«
Mt 3,3 (Unterstreichung hinzugefügt), genauso in Mk 1,1-3

Ihr Männer von Israel, hört diese Worte: Jesus von Nazareth, von Gott unter euch ausgewiesen durch Taten und Wunder und Zeichen, die Gott durch ihn in eurer Mitte getan hat, wie ihr selbst wisst – diesen Mann, der durch Gottes Ratschluss und Vorsehung dahingegeben war, habt ihr durch die Hand der Heiden ans Kreuz geschlagen und umgebracht. Den hat Gott auferweckt und hat aufgelöst die Schmerzen des Todes, wie es denn unmöglich war, dass er vom Tode festgehalten werden konnte. Denn David spricht von ihm (Psalm 16,8-11): »Ich habe den Herrn allezeit vor Augen, denn er steht mir zur Rechten, damit ich nicht wanke.
Apg 2,22-25 (Unterstreichung hinzugefügt)

Denn Christus ist des Gesetzes Ende; wer an den glaubt, der ist gerecht. … Denn »wer den Namen des Herrn anrufen wird, soll gerettet werden« (Joel 3,5).
Röm 10,4+13 (Unterstreichung hinzugefügt)

Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet. … wie geschrieben steht (Jesaja 8,14; 28,16): »Siehe, ich lege in Zion einen Stein des Anstoßes und einen Fels des Ärgernisses; und wer an ihn glaubt, der soll nicht zuschanden werden.«
Röm 10,9+9,33.

Gemäß der Bibel empfängt Jesus Anbetung von Engeln und von Menschen:

Denn alle sollen den Sohn ebenso ehren wie den Vater. Wer den Sohn nicht ehrt, ehrt auch den Vater nicht, der ihn gesandt hat.
Joh 5,23

Während sie ihn steinigten, bekannte sich Stephanus zu Jesus, dem Herrn und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf! Dann fiel er auf die Knie und rief laut: Herr, strafe sie nicht für diese Schuld!
Apg 7,59f

Und nun, was zögerst du? Steh auf und rufe seinen Namen an und laß dich taufen und deine Sünden abwaschen.
Apg 22:16

An die Gemeinde Gottes in Korinth, an alle, die durch die Verbindung mit Jesus Christus für Gott ausgesondert und zu seinem heiligen Volk berufen sind. Darüber hinaus gilt unser Brief allen, die sich zu Jesus Christus, unserem gemeinsamen Herrn, bekennen und seinen Namen anrufen, wo sie auch sind.
1.Kor 1:2

Wer den Herrn verachtet, soll verflucht sein, dem Gericht Gottes übergeben! Maranata – Unser Herr, komm!
1.Kor 16:22

Vor Jesus müssen alle auf die Knie fallen – alle, die im Himmel sind, auf der Erde und unter der Erde; alle müssen feierlich bekennen: Jesus Christus ist der Herr! Und so wird Gott, der Vater, geehrt.
Phil 2:10ff

Und er sagt doch auch, wenn er ihn mit allen Rechten des Erstgeborenen in die Welt einführt – in die himmlische und zugleich die künftige irdische: Alle Engel Gottes sollen sich vor ihm niederwerfen.
Hebr. 1:6

Und als es sie genommen hatte, warfen sich die vier mächtigen Gestalten und die vierundzwanzig Ältesten vor dem Lamm nieder. Jeder Älteste hatte eine Harfe und eine goldene Schale mit Weihrauch; das sind die Gebete der Menschen, die zu Gottes heiligem Volk gehören.
Off 5:8ff

Mit diesen Worten – einem Bittgebet an Jesus – schließt die Bibel:

“…Amen, komm doch Herr Jesus!”
Off 22,20

Das mit der (zulässigen) Anbetung Jesu dürfte im Licht der vorgenannten Bibelverse eindeutig klar sein.

Wie schaut es aber nun mit “Jesus um etwas bitten” aus? Dürfen wir das heute?

Vor 2000 Jahren, während Jesus hier auf der Erde war, kam es laut Bibel oft vor, daß er um bestimmte Dinge gebeten wurde.

“Als sie aber zu Jesus kamen, baten sie ihn sehr und sprachen: Er ist es wert, daß du ihm die Bitte erfüllst” Lk 7,4, Mk 10,51

Jesus selbst verspricht uns:

Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.
Joh 14,14

Doch nicht nur während Jesus hier auf der Erde war, auch nach Jesus Auferstehung beten seine KInder zu ihm, z.B. der oben genannte Stephanus:

der betete und sprach: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf.
Apg 7,59

Oder das oben genannte kurze Gebet im vorletzten Vers der Bibel:

Amen, komm, Herr Jesus
Off 22,20

So können wir zusammenfassend feststellen, daß Jesus zum einen dieselbe Ehre und Anbetung zukommt wie dem Vater im Himmel, und daß Jesus zum anderen angerufen und auch heute um ganz konkrete Dinge gebeten werden kann. Zugleich können wir feststellen, daß dies alles nicht möglich wäre, wenn Jesus nicht auch selbst wahrer Gott wäre.

Und Dank an den aufmerksamen Leser Kurt Gödel, der mich durch seine kritischen Fragen zu der vorliegenden Bibelarbeit angeregt hat. Sie hat meinen Glauben an Jesus Christus jedenfalls befördert.

Und ich habe sie extra so ausführlich und dabei einfach dargelegt, damit deutlich wird, was Dietrich Bonnhoeffer gemeint hatte, als er sagte (s.o.):

Wir müssen die heilige Schrift erst wieder kennen lernen wie die Reformatoren, wie unsere Väter sie kannten. Wir dürfen die Zeit und die Arbeit dafür nicht scheuen.

Weitere Aspekte meiner Bibelrecherche

Wenn man so eine kleine Bibelarbeit macht, dann findet man immer auch Hinweise auf weitere interessante Aspekte.

Interessant dabei finde ich insbesondere das Nebenergebnis der Recherche, daß die bekannte “Wachturm”-Gesellschaft der Zeugen Jehovas genau die einleitende Position vertritt, nämlich daß man Jesus nicht anbeten darf.

Ziehen Sie im Licht der oben dargelegten biblischen Offenbarung selbst Ihre Schlüsse daraus.

Nebenbemerkung: ich erwarte nicht, daß sich aufgrund meiner kleinen Muster-Bibelarbeit plötzlich alle Zeugen Jehovas von der Lehre des Wachturm-Verlags abwenden. Vielmehr danke ich denjenigen Zeugen Jehovas, die mit meiner Bibelarbeit nicht einverstanden sind, schon jetzt dafür, daß sie keine grimmigen Belehrungen sondern vielmehr freundliche Hinweise auf Internetseiten hinterlassen, wo man sich mit all den oben genannten Bibelstellen anders auseinandersetzt, als ich dies getan habe. Selbstverständlich kann ich von meiner Position abkehren, wenn man dafür einen biblisch überzeugenden Anlaß darlegt.

Bei der Internet-Recherche bin auch noch auf einen Vergleich mit der römisch-katholischen Marienverehrung gestossen. Hier eine interessante Verteidigung
http://www.steyler.eu/svd/medien/zeitschriften/stadtgottes_DE-CH/2009/2009_12/maria-anbeten.php

Offenbar ist es nach Ansicht der römisch-katholischen Kirche akzektabel, zu einer Toten (Maria) zu beten, wenn man dabei diese nicht anbetet. Diese feinsinnige Unterscheidung empfinde ich als an den Haaren herbeigezogen und praxisfremd, denn als ehemaliger Katholik weiß ich ganz genau, daß einen in der römisch-katholischen Kirche niemand davon abhält, beispielsweise den heiligen Antonius mit einer eigens dafür angezündeten Kerze darum zu bitten, daß er einem den verlorenen Autoschlüssel zeigt.

In diesem Zusammenhang muß ich immer an das schlechte Beispiel Salomos denken, der durch seine vielen ausländischen Gespielinnen offenbar dazu verleitet wurde, anderen Göttern zu “dienen”, siehe im ersten Buch der Könige die Kapitel 11 und 12.

Der König Salomo liebte viele ausländische Frauen: die Tochter des Pharao und moabitische, ammonitische, edomitische, sidonische und hetitische aus solchen Völkern, von denen der HERR den Israeliten gesagt hatte: Geht nicht zu ihnen und lasst sie nicht zu euch kommen; sie werden gewiss eure Herzen ihren Göttern zuneigen. An diesen (Frauen) hing Salomo mit Liebe.

Und als er alt war, neigten seine Frauen sein Herz fremden Göttern zu, sodass sein Herz nicht ungeteilt bei dem HERRN, seinem Gott, war wie das Herz seines Vaters David.

So diente Salomo der Astarte, der Göttin derer von Sidon, und dem Milkom, dem gräulichen Götzen der Ammoniter.

Damals baute Salomo eine Höhe dem Kemosch, dem gräulichen Götzen der Moabiter, auf dem Berge, der vor Jerusalem liegt …

Ebenso tat Salomo für alle seine ausländischen Frauen, die ihren Göttern räucherten und opferten.
(1. Kö 11, 1-8, Ergänzung in Klammern hinzugefügt)

In der Bibel steht nirgends, daß Salomo über diese Untreue zu Gott seine Errettung vor der Hölle verloren habe. Eher im Gegenteil, Salomos Schriften sind sogar Teil von Gottes Wort. Allerdings hat sich Salomo für diese schwere Sünde gehörigen Ärger im Leben zugezogen, wie uns die Bibel mitteilt.

Der HERR wurde zornig über Salomo, dass er sein Herz von dem HERRN, dem Gott Israels, abgewandt hatte, der ihm zweimal erschienen war und ihm geboten hatte, dass er nicht andern Göttern nachwandelte. Er aber hatte nicht gehalten, was ihm der HERR geboten hatte. Darum sprach der HERR zu Salomo: Weil das bei dir geschehen ist und du meinen Bund und meine Gebote nicht gehalten hast, die ich dir geboten habe, so will ich das Königtum von dir reißen und einem deiner Großen geben.
(1. Kö 11, 9-12)

Dabei ist Gott auch noch gnädig mit Salomon:

Doch zu deiner Zeit will ich das noch nicht tun um deines Vaters David willen, sondern aus der Hand deines Sohnes will ich’s reißen. Doch will ich nicht das ganze Reich losreißen; “einen” Stamm will ich deinem Sohn lassen um Davids willen, meines Knechts, und um Jerusalems willen, das ich erwählt habe.

Und wir erfahren, wie Gott in der Folge mit Salomo umspringt:

Und der HERR erweckte Salomo einen Widersacher, den Edomiter Hadad, vom königlichen Geschlecht in Edom.

Auch erweckte Gott dem Salomo noch einen Widersacher, Reson, den Sohn Eljadas, der von seinem Herrn, Hadad-Eser, dem König von Zoba, geflohen war. Der hatte Männer um sich gesammelt und war Hauptmann einer Schar geworden – als David die Aramäer schlug -, und er zog nach Damaskus und nahm es ein und wurde König in Damaskus.

Und Hadad kehrte in sein Land zurück und hatte einen Hass auf Israel und wurde König über Edom. Und er war Israels Widersacher, solange Salomo lebte.

Auch Jerobeam, der Sohn Nebats, ein Ephraimiter von Zereda, Salomos Vogt …, hob die Hand auf gegen den König. Und so ging es zu, als er die Hand gegen den König aufhob: Salomo baute den Millo und schloss damit die Lücke in der Stadt Davids, seines Vaters. Und Jerobeam war ein tüchtiger Mann. Und als Salomo sah, dass der Jüngling viel schaffte, setzte er ihn über alle Fronarbeit des Hauses Josef. Es begab sich aber zu der Zeit, dass Jerobeam aus Jerusalem hinausging und es traf ihn der Prophet Ahija von Silo auf dem Wege und hatte einen neuen Mantel an, und es waren die beiden allein auf dem Felde. Und Ahija fasste den neuen Mantel, den er anhatte, und riss ihn in zwölf Stücke und sprach zu Jerobeam: Nimm zehn Stücke zu dir! Denn so spricht der HERR, der Gott Israels: Siehe, ich will das Königtum aus der Hand Salomos reißen und dir zehn Stämme geben – “einen” Stamm soll er haben um meines Knechts David willen und um der Stadt Jerusalem willen, die ich erwählt habe aus allen Stämmen Israels -, weil er mich verlassen hat und angebetet die Astarte, die Göttin der Sidonier, Kemosch, den Gott der Moabiter, und Milkom, den Gott der Ammoniter, und nicht in meinen Wegen gewandelt ist und nicht getan hat, was mir wohlgefällt, meine Gebote und Rechte, wie sein Vater David. Ich will aber aus seiner Hand das Reich noch nicht nehmen, sondern ich will ihn Fürst sein lassen sein Leben lang um meines Knechtes David willen, den ich erwählt habe und der meine Gebote und Rechte gehalten hat. Aber aus der Hand seines Sohnes will ich das Königtum nehmen und will dir zehn Stämme und seinem Sohn “einen” Stamm geben, damit mein Knecht David vor mir eine Leuchte habe allezeit in der Stadt Jerusalem, die ich mir erwählt habe, um meinen Namen dort wohnen zu lassen. So will ich nun dich nehmen, dass du regierst über alles, was dein Herz begehrt, und König sein sollst über Israel.
1. Kö 11, 14-37

Das muß Salomo gehörig zugesetzt haben, denn die Bibel sagt:
 
Salomo aber trachtete danach, Jerobeam zu töten.
1. Kö 11,40a 
 
Wie man sieht, hat Salomo einen hohen Preis für seine Untreue gegenüber Gott bezahlt, allerdings offenbar ohne die Rettung verloren zu haben.
 
Wenn man dieses Beispiel auf die Marienanbetung bezieht, erklärt das, warum mein philippinischer Freund Wilfredo – wie ich ebenfalls ein ehemaliger Katholik – immer sagt:
 
Katholik sein ist schon in Ordnung, aber es ist sehr schwer, als Katholik ein siegreiches geistliches Leben zu führen.
 
 
 
MS
 
 

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Discussion

3 thoughts on “Beispiel für eine praktische kleine Bibelarbeit: Beten zu Gott – darf man dabei auch zu Jesus beten?

  1. Nette Arbeit – aber um ehrlich zu sein, von einem “Friedrich Bonnhoeffer” habe ich noch nie gehört, allenfalls von Dietrich Bonhoeffer 🙂

    Posted by Peter | December 28, 2013, 3:40 pm

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  1. Pingback: Dürfen wir auch zu Jesus beten? | TheoBlog - December 27, 2013

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Bitte beachten!

Was wir Menschen tun ist zwangsläufig mit Fehlern behaftet.
Die Bibel rät deshalb: "Prüft alles und das Gute behaltet!" (1. Thess 5, 21)

Entsprechend haben sich die Männer von Beröa verhalten, über die Folgendes berichtet wird:
"Diese aber waren freundlicher als die in Thessalonich; sie nahmen das Wort bereitwillig auf und forschten täglich in der Schrift, ob sich's so verhielte." (Apg 17, 11)

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